Mit der heutigen Tagesenergie am 28. August 2026 erreichen uns die Einflüsse einer schicksalshaften Konstellation, denn am frühen Morgen erreicht uns ein Vollmond und bringt uns zugleich eine partielle Mondfinsternis (jenes seltene Ereignis, bei dem sich unsere Erde zwischen Sonne und Mond schiebt). Damit schließt sich der Finsternis-Korridor, der uns am 12. August mit der totalen Sonnenfinsternis im Löwen erreicht hat und was in jenen Tagen im Herzen entzündet wurde, findet nun seine Antwort in der Tiefe unseres Gefühlslebens.
So erreicht der Vollmond seinen exakten Höhepunkt um 06:18 Uhr (Mitteleuropäische Sommerzeit), während das Maximum der Verfinsterung bereits wenige Minuten zuvor gegen 06:12 Uhr eintritt und sich der Mond zu rund dreiundneunzig Prozent im Kernschatten unserer Erde zeigt. Bei uns steht er zu diesem Zeitpunkt schon tief am westlichen Horizont und geht dort unter, während im Osten die Sonne bereits aufgegangen ist, sprich wir erleben dieses Schauspiel eher energetisch als mit den Augen. Doch die Wirkung einer Finsternis hängt niemals daran, ob wir sie sehen können, oder nicht. Sie wirkt über das Feld, nicht über das Auge. Die Sonne steht dabei in der Jungfrau, der Mond ihr genau gegenüber im Sternzeichen Fische und damit spannt sich diese Energiequalität über eine Achse, die Ordnung und Auflösung, Unterscheidung und Verschmelzung, das Irdische und das Grenzenlose miteinander verbindet.
Zwischen Ordnung und Hingabe
So steht das Jungfrau-Zeichen wie kein anderes für Klarheit, Struktur, Gesundheit und die bewusste Ausrichtung des Alltags, für die Fähigkeit, zu unterscheiden und das Wesentliche vom Überflüssigen zu trennen. Beherrscht wird es von Merkur (dem Planeten des Denkens, der Wahrnehmung und der feinen Unterscheidung), während über den Fischen Neptun steht (eine Kraft, die alle Umrisse weich werden lässt). Die Fische gehen dabei mit Mitgefühl, Hingabe, Traum und Grenzenlosigkeit einher, sprich mit einer Qualität, die alle Trennung wieder auflöst und uns daran erinnert, dass wir im Kern niemals getrennt waren. Wenn nun eine Finsternis genau auf dieser Achse geschieht, dann tritt hervor, wo wir diese beiden Pole in uns nicht ausbalanciert haben. Wo ordnen wir, obwohl wir eigentlich loslassen müssten? Und wo lösen wir uns auf, obwohl wir eine klare Grenze bräuchten? Der Mond, – unser Gefühlskörper, unser Innerstes, unser Unbewusstes, tritt in dieser Nacht in den Schatten der Erde und was verschattet wird, wird sichtbar. Das ist das Gesetz jeder Finsternis. Sie nimmt uns für einen Moment das gewohnte Licht, damit wir bemerken, was darunter liegt.
Was in unseren Verbindungen/Beziehungen hervortritt
Auf der Ebene unserer Beziehungen wirkt diese Energiequalität besonders deutlich, denn die Fische-Seite dieser Achse ist genau jene, an der wir in der Liebe am leichtesten verloren gehen. Es ist die Sehnsucht, ganz mit einem anderen Menschen zu verschmelzen, – ein Gefühl, in dem für einen Moment keine Grenze mehr zwischen zwei Menschen liegt und in ihr liegt eine der schönsten Erfahrungen überhaupt. Doch ebenso liegt darin die Falle, uns selbst dabei aus den Augen zu verlieren. In diesen Tagen tritt daher hervor, wo wir uns in einer Verbindung überfordert haben, wo wir das Gewicht eines anderen mittragen, das gar nicht das unsere ist und wo wir aus Mitgefühl längst über die eigene Grenze gegangen sind. Ihr werdet das an ganz gewöhnlichen Dingen bemerken, an einer Erschöpfung, die sich nicht erklären lässt, an einer alten Kränkung, die plötzlich wieder hochkommt, oder an einem Gespräch, das ganz harmlos beginnt und mitten hinein in etwas führt, das seit Jahren unausgesprochen zwischen zwei Menschen stand. Nichts davon geschieht, um uns zu quälen. Es geschieht, weil es gesehen werden will. Auf der anderen Seite jedoch trägt diese Finsternis eine zweite Bewegung in sich, die weit seltener beschrieben wird und in diesen Tagen genauso wirksam ist. Ein Vollmond ist seiner Natur nach immer eine Vollendung (der Höhepunkt eines Zyklus also, der beim vorangegangenen Neumond in die Welt gesetzt wurde) und wo zwei Menschen einen Weg wirklich miteinander gegangen sind, reißt diese Energiequalität nichts auseinander, sondern krönt das Gewachsene. Dann ist das Verschwinden der Grenze zwischen zwei Menschen kein Verlust, sondern eine Vollendung, denn zwei, die sich wahrhaftig gefunden haben und deren Nähe aus Freiheit entstand und nicht aus einem Mangel, erreichen nun jenen Punkt, an dem das gemeinsame Feld seine Weihe empfängt. In solchen Verbindungen fällt in diesen Tagen oft ein Wort, das lange in der Luft lag. Es wird ein Versprechen gegeben, eine Entscheidung getroffen, ein Ja gesprochen, ein gemeinsamer Weg beschlossen, manchmal auch ein Bund geschlossen oder ein Kind empfangen und all das fühlt sich weniger wie ein Anfang an als vielmehr wie das Ankommen an einem Ort, den beide längst gekannt haben. Genau darin liegt die Weisheit dieser Achse, denn die Fische schenken uns die Verschmelzung, während die Jungfrau ihr die Form gibt, in der sie im Alltag bestehen kann. Wo beides zusammenfindet, entsteht jene seltene Liebe, die weich und zugleich tragfähig ist.
Der Schatten, der ans Licht möchte
Nun denn, in diesem Zusammenhang lohnt sich ein Blick auf das Wort Mitgefühl, denn in ihm steckt das Mit-Fühlen, sprich das gemeinsame Fühle und eben nicht das Für-den-anderen-Fühlen. Genau hier verläuft die feine Linie, die uns die Fische-Energie in diesen Tagen zeigt. Echtes Mitgefühl macht beide stärker, während das unbewusste Übernehmen fremder Lasten (die feinstoffliche Verstrickung, wie wir sie nennen dürfen) beide schwächt, denn wer ständig trägt, kann irgendwann nicht mehr gehen. Deshalb ist eine Finsternis immer eine Einladung, den eigenen Schatten anzuschauen statt ihn wegzuschieben. Der Schatten ist niemals unser Feind. Er ist der Teil von uns, der noch kein Licht bekommen hat und in dem Moment, in dem wir ihn anerkennen, verliert er seine Macht über uns und gibt uns die Kraft zurück, die wir in seine Unterdrückung gesteckt haben. Wie innen, so außen.
Die künstliche Spaltung im kollektiven Feld
Auf der kollektiven Ebene wirkt dieselbe Energiequalität um ein Vielfaches größer und sie trifft dort auf eine Wunde, die dem Menschen bewusst zugefügt wurde. So beobachten wir seit Jahren, wie zwischen Mann und Frau ein Graben aufgerissen wird, wie das Männliche und das Weibliche gegeneinander in Stellung gebracht werden und wie beide Seiten in Zerrbilder gedrängt werden, die mit ihrer wahren Natur nichts zu tun haben. Diese Spaltung ist kein Zufall und kein Ergebnis natürlicher Entwicklung, sondern ein Werkzeug des Scheinkonstrukts (Der Dunkelheit, die den Menschen über Angst, Ablenkung und Zwietracht in der Dichte hält), denn ein Mensch, der im Krieg mit der anderen Hälfte der Menschheit liegt, hat keine Kraft mehr übrig, um die eigentlichen Fesseln zu erkennen. Die Matrix lebt von der Trennung (Trennung auf sämtlichen Ebenen) und die Fische-Energie ist jene Kraft, die Trennung auflöst. Genau deshalb bäumt sich dieses künstliche Feld gerade so heftig auf, denn was zerbricht, macht kurz vor dem Ende oft den größten Lärm. In Wahrheit gehören das Männliche und das Weibliche zusammen wie Ein- und Ausatmen und keines von beiden ist ohne das andere vollständig. Passend dazu gibt es auch ein besonderes Zitat von Laotse:
„Alle Dinge haben im Rücken das Weibliche und vor sich das Männliche. Wenn Männliches und Weibliches sich verbinden, erlangen alle Dinge Einklang.“
Ein Zyklus vollendet sich
Dabei schließt sich mit diesem Morgen ein Kreis, der am 12. August begonnen hat, denn die totale Sonnenfinsternis im Löwen stellte uns damals die Frage, wer wir eigentlich sind und was in unserem Herzen wirklich gelebt werden möchte. Der Löwe ist das Feuer des Selbst, die strahlende Frage nach dem eigenen Wesenskern, die Fische sind das Wasser der Auflösung und zwischen diesen beiden Finsternissen liegt genau die Bewegung, die jeder Aufstiegsprozess durchläuft, – Erst erkennen wir, wer wir sind und dann legen wir ab, was uns daran gehindert hat. Was im Löwen entzündet wurde, wird nun gereinigt. Was dort sichtbar wurde, darf jetzt von allem befreit werden, was nicht dazugehört. Aus diesem Grund fühlen sich diese Tage für einige von uns einerseits schwer an, für andere von uns wiederum sehr erleichternd.
Was uns dieser Morgen schenkt
Letztendlich schenkt uns diese Finsternis etwas, das sich mit Worten nur schwer fassen lässt, – die Erlaubnis, aufzuhören. Aufzuhören, gegen jemanden zu kämpfen, der eigentlich auf unserer Seite steht. Aufzuhören, ein Gewicht zu tragen, das uns nie gehört hat. Aufzuhören, uns selbst zu verlassen, damit ein anderer bleibt. In den kommenden drei bis fünf Tagen (der eigentlichen Nachwirkzeit einer jeden Finsternis) wirkt diese Energiequalität besonders stark nach und sie wird bis in den September hineinreichen, weshalb es sich lohnt, in dieser Zeit besonders achtsam mit sich und den Menschen umzugehen, die uns nahestehen. Sprecht das Unausgesprochene aus, aber sprecht es in Liebe. In diesen Tagen kann unglaubliche Heilung geschehen, allem voran, wenn wir unser Herz fließen lassen. In diesem Sinne, bleibt gesund, zufrieden und lebt ein Leben in Harmonie. 🙂
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