Mit der heutigen Tagesenergie am 23. September 2026 erreicht uns eine besondere und vor allem alljährliche magische Energiequalität, denn in den frühen Morgenstunden ist die Sonne in das Sternzeichen Waage gewechselt und damit ist die Herbsttagundnachtgleiche eingetreten. Tag und Nacht stehen sich nun für einen kurzen Moment in vollkommener Balance gegenüber und genau diese Waage zwischen Licht und Dunkel prägt die kommende Zeit.
Die Sonne wechselt in das Sternzeichen Waage

Mabon, das Fest der Balance und der Dankbarkeit
Unsere Vorfahren (Kelten, Germanen und viele weitere naturverbundene Völker) haben diesen Zeitpunkt als einen der großen Wendepunkte im Jahreskreis geehrt. Heute kennen wir dieses Fest meist unter dem Namen Mabon, das zweite Erntefest nach Lammas. Die Felder sind abgeerntet, die Äpfel und Birnen hängen schwer an den Zweigen, die Haselnüsse fallen und in den Wäldern beginnt sich das Laub langsam golden und rot zu färben. Die Natur zeigt uns in diesen Tagen auf wunderbare Weise, was es bedeutet, einzusammeln und gleichzeitig loszulassen. So zieht der Baum seine Säfte bereits zurück in die Wurzeln und bereitet sich auf die Ruhe vor, während er seine Früchte großzügig verschenkt. Genau darin liegt die tiefe Botschaft dieses Festes: Dankbarkeit für all das, was wir im Laufe des Jahres gesät und geerntet haben und die Bereitschaft, das abzugeben, was uns in die dunkle Jahreszeit nicht mehr begleiten soll. Es ist eine Zeit der Rückschau (im Sinne einer liebevollen Bilanz, fernab jeder harten Abrechnung mit uns selbst), denn wie innen, so außen. Was wir jetzt in uns ordnen und würdigen, trägt uns durch den Herbst und Winter.
Die Energie des Sternzeichens Waage

Die Magie der Herbsttagundnachtgleiche
So dürfen wir uns an dieser Stelle einmal bewusst machen, was in diesem Augenblick tatsächlich geschieht, denn die Tagundnachtgleiche ist weit mehr als ein astronomisches Datum im Kalender. Zweimal im Jahr (im Frühling und im Herbst) steht die Sonne genau über dem Himmelsäquator und für einen kurzen Moment liegt die gesamte Erde in einem einzigen gemeinsamen Maß. Licht und Dunkel halten sich vollkommen die Waage, kein Pol überwiegt und genau darin liegt das Hochmagische dieser Stunden. Denn überall dort, wo zwei Gegensätze zur vollkommenen Mitte finden, entsteht ein Durchlass, ein Tor, ein Schwellenmoment, in dem die Schleier zwischen den Ebenen dünn werden. Die Alten haben dieses Wissen nicht in Büchern bewahrt, sondern in Stein gesetzt. Die Ganggräber von Loughcrew in Irland und der Tempel von Mnajdra auf Malta sind so ausgerichtet, dass die Sonne ausgerechnet an den Tagundnachtgleichen bis in ihr Innerstes fällt (und in Chichén Itzá wandert an genau diesem Tag der Schatten einer gefiederten Schlange die Stufen der Pyramide hinab). Wahrlich, wer solche Bauwerke errichtet, tut dies nicht für einen gewöhnlichen Tag.
Und hier liegt der eigentliche Schatz dieser Energiequalität, denn ein Feld, das vollkommen im Gleichgewicht ruht, ist zugleich ein Feld von höchster Durchlässigkeit. Was wir in einem solchen Moment in uns tragen (ein Gedanke, ein Wunsch, eine Entscheidung, ein stilles Gebet), prägt sich dem eigenen wie dem kollektiven Feld sehr viel tiefer ein als an einem gewöhnlichen Tag. Genau deshalb wurden die Schwellen des Jahreskreises seit jeher als heilige Zeiten begangen und genau deshalb ist dieser Tag im wahrsten Sinne des Wortes schicksalshaft. Das hermetische Gesetz von Rhythmus und Schwingung zeigt uns, dass alles in Zyklen pendelt und dass der Umkehrpunkt eines jeden Pendels zugleich der Ort der größten Stille ist. Heute erreicht das große Pendel des Jahres diesen Ruhepunkt, bevor es in die dunkle Hälfte schwingt. Wer ihn bewusst mitgeht, wird von ihm getragen.
Ganz praktisch dürfen wir uns dieses kosmische Maß daher in das eigene Energiefeld holen und das ist weitaus einfacher, als die meisten vermuten. Stellt euch dafür heute für einige Minuten ruhig hin (barfuß auf der Erde ist es am schönsten, doch auch am geöffneten Fenster wirkt es) und lasst euren Atem gleich lang werden, sprich so viele Herzschläge ein wie aus. Damit bildet ihr in eurem Inneren exakt das nach, was draußen am Himmel geschieht. Richtet anschließend eure Aufmerksamkeit auf das Herz, denn das Herz ist der Waagebalken des Menschen, die Mitte zwischen oben und unten, zwischen Geben und Empfangen, zwischen der männlichen und der weiblichen Kraft in uns. Spürt nach, welche Seite in eurem Leben gerade schwerer wiegt und bittet innerlich um Ausgleich, ganz ohne etwas erzwingen zu wollen. Ein einziger klarer Satz genügt dafür vollkommen (zum Beispiel: Ich kehre in mein Gleichgewicht zurück), denn Geist herrscht über Materie und das Feld folgt immer dem bewussten Wort. Was ihr heute auf diese Weise in euch ausrichtet, trägt euch bis zur Wintersonnenwende und damit durch die gesamte dunkle Hälfte des Jahres.
Im Alltag kann sich diese Energiequalität auf vielfältige Weise zeigen: in zwischenmenschlichen Begegnungen (Aussprachen, Klärungen, Versöhnung), in Entscheidungen, die wir schon lange vor uns herschieben oder in einem plötzlichen Bedürfnis nach Schönheit, Ordnung und Ruhe in unseren eigenen vier Wänden. Viele von uns werden in diesen Tagen spüren, dass sich Ungleichgewichte deutlicher bemerkbar machen, sei es zwischen Arbeit und Erholung, zwischen Geben und Empfangen oder zwischen dem Kopf und dem Herzen. Der Mond wandert heute zudem durch den Wassermann und verstärkt damit das Element Luft, wodurch unser Geist wach, offen und für neue Sichtweisen empfänglich ist. Gleichzeitig nimmt er weiter zu und erreicht am 26. September um 18:49 Uhr (Mitteleuropäische Sommerzeit) im Widder seine volle Kraft. Dann stehen sich Mond im Widder und Sonne in der Waage genau gegenüber und die große Frage dieser Tage wird uns noch klarer vor Augen geführt: Wie bleiben wir uns selbst treu und begegnen dennoch unserem Gegenüber mit offenem Herzen? Wer jetzt merkt, dass er sich in einer Beziehung verbiegt oder umgekehrt zu wenig Raum für andere lässt, darf dies als liebevollen Hinweis verstehen und behutsam nachjustieren.
Die kollektive Ebene
Auch im Kollektiv wirkt die Waage als großer Gleichmacher, denn sie steht wie kein anderes Zeichen für Gerechtigkeit. Gerade in einer Zeit, in der Saturn und Neptun im Widder einen völlig neuen Zyklus eingeleitet haben, Uranus in den Zwillingen unser Denken elektrisiert und Pluto im Wassermann an den alten Strukturen rüttelt, bringt die Waage eine wichtige Frage auf den Tisch: Ist das, was uns als Ordnung verkauft wird, wirklich gerecht? So werden innerhalb des bestehenden Scheinsystems immer mehr Ungleichgewichte sichtbar, sei es in der Verteilung von Macht, im Umgang mit der Wahrheit oder im Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Was jahrelang einseitig ausgerichtet war, gerät nun sichtbar ins Wanken, denn das hermetische Prinzip des Ausgleichs lässt sich auf Dauer von keiner Macht der Welt aufhalten. Doch auch hier gilt: Die äußere Welt passt sich immer unserem Geiste an. Je mehr Menschen in sich selbst Frieden und Balance finden, desto stärker strahlt diese Frequenz in das kollektive Feld hinein und desto schneller verliert das Alte seine Grundlage.
Was wir jetzt für uns tun können

Abschließende Worte
Die Herbsttagundnachtgleiche erinnert uns jedes Jahr aufs Neue daran, dass Licht und Dunkelheit zusammengehören und dass beide ihren heiligen Platz im großen Kreislauf des Lebens haben. Die Dunkelheit, die nun langsam zunimmt, ist dabei keine Bedrohung, sondern eine Einladung nach innen, in die Stille und in die Verbindung mit unserem göttlichen Urgrund. Wer in dieser Zeit sein inneres Gleichgewicht pflegt, geht gestärkt, klar und voller Frieden in die dunkle Jahreszeit. Alles beginnt immer in unserem Innersten, vergesst das niemals. In diesem Sinne, bleibt gesund, zufrieden und lebt ein Leben in Harmonie. 🙂


