Ein jeder Mensch besitzt ein sogenanntes Inkarnationsalter, auch wenn die wenigsten Menschen je davon gehört haben. Dabei bezieht sich dieses besondere Alter nicht etwa auf die Jahre unseres jetzigen, irdischen Lebens, sondern auf die Anzahl jener zahllosen Inkarnationen, die unsere unsterbliche Seele im Laufe ihres großen Reinkarnationszyklus bereits durchlaufen und erfahren hat. Dieses Inkarnationsalter, das man sich wie das wahre Alter unserer Seele jenseits aller Körper vorstellen darf, variiert von Mensch zu Mensch sehr stark. Während die eine Seele schon unzählige Leben in den verschiedensten Epochen erfahren durfte, hat eine andere erst wenige Inkarnationen durchlebt. Genau aus diesem Grund spricht man auch von jungen und alten Seelen, ja sogar von reifen Seelen oder Säuglingsseelen.

Das Durchlaufen des Reinkarnationszyklus
Der Reinkarnationszyklus ist ein Prozess, in dem sich ein jeder Mensch von Leben zu Leben weiterentwickelt. Wir lernen die verschiedensten Lebensumstände kennen, schaffen karmische Verstrickungen und lösen sie wieder auf, reifen an unseren Erfahrungen und wachsen an unseren Herausforderungen. Unsere Seele ist in diesem Zusammenhang der hochschwingende Aspekt unseres Seins, jener unsterbliche Kern, der den Kreislauf der Wiedergeburt immer wieder aufs Neue durchschreitet. Wer den großen Bogen dieses Geschehens vertiefen möchte, findet ihn ausführlich in unserem Artikel über den Kreislauf des Lebens. Von Inkarnation zu Inkarnation gilt es, die Anbindung an den eigenen seelischen Verstand zu vertiefen und zu festigen, sich dieses wahren Selbst immer mehr bewusst zu werden und so dem großen Ziel näherzukommen: den Reinkarnationszyklus eines Tages vollständig abzuschließen. Dieser Abschluss bedeutet keineswegs ein Ende, sondern die höchste Form der Freiheit, denn die Seele muss dann nicht länger in die Dichte zurückkehren, sondern darf vollkommen bewusst und befreit im Licht ihres wahren Ursprungs wirken.
Wie das Inkarnationsalter entsteht
Das Inkarnationsalter ergibt sich somit unmittelbar aus der Anzahl der durchlebten Inkarnationen. Je öfter eine Seele wiedergeboren wird, je mehr Leben sie erfährt, desto höher wird folglich ihr Inkarnationsalter. Alte Seelen kann man aus diesem Grund mit sehr reifen und weisen Seelen gleichsetzen. Aufgrund ihrer unzähligen Erfahrungen sind sie in ihrer geistigen Entwicklung weit fortgeschritten und können ihr spirituelles Potenzial leichter entfalten als Seelen, die erst wenige Leben hinter sich haben. Häufig tragen alte Seelen einen tiefen inneren Reichtum in sich, eine stille Weisheit, die nicht aus Büchern stammt, sondern aus der Essenz vieler durchlebter Zeitalter. Sie haben in unzähligen Leben bereits geliebt und verloren, geherrscht und gedient, gesiegt und gelitten, und all diese Erfahrungen ruhen als feines Wissen in ihrem seelischen Verstand. Dies erklärt auch, warum manche Menschen schon in jungen Jahren eine Reife ausstrahlen, die ihrem äußeren Alter scheinbar weit voraus ist.
Junge Seelen und alte Seelen
Junge Seelen hingegen befinden sich noch am Anfang ihres Reinkarnationszyklus und sind sich ihrer schöpferischen Grundlage, ihrer mächtigen Bewusstseinskraft und ihres wahren Urgrundes noch weniger bewusst. Sie erfahren das Leben oft noch sehr unmittelbar und intensiv im Materiellen, sammeln voller Tatendrang ihre ersten großen Erfahrungen und kosten die Dichte in all ihren Facetten aus, während alte Seelen stärker nach innen und nach der Wahrheit hinter den Dingen streben. Beides hat seinen tiefen Sinn, denn jede dieser Phasen ist ein notwendiger Schritt auf dem langen Weg der seelischen Entwicklung. Woran man eine alte Seele im eigenen Wesen oder bei anderen Menschen erkennt, haben wir in unserem Artikel Bist du eine alte Seele? ausführlich beschrieben. Letztlich aber spielt es keine Rolle, ob du eine junge oder eine alte Seele bist, denn eine jede Seele entwickelt sich auf ihrem völlig individuellen Weg voran und trägt eine einzigartige, unverwechselbare seelische Signatur in sich. Es geht im Leben niemals darum, andere zu übertreffen, sondern allein darum, sich Schritt für Schritt dem eigenen wahren Selbst anzunähern.
Eine große seelische Familie
Letztlich ist die Menschheit eine große seelische Familie, eine Familie bestehend aus unzähligen Seelen, die alle demselben Urgrund entspringen. Wir alle sind einzigartige Wesen und durchleben immer wieder das duale Spiel des Lebens, mal in der einen, mal in der anderen Rolle. Der Ursprung einer jeden Seele ist dabei stets derselbe, und so dürfen wir uns wahrhaftig als eine große, seelische Familie begreifen, die auf diesen einzigartigen Planeten geboren wurde, um gemeinsam das Leben auf allen Daseinsebenen zu beschreiten. Wir sind alle eins und eins ist alles, ein jeder von uns ein einzigartiger Ausdruck desselben göttlichen Urgrundes. Wenn wir das wahrhaftig begreifen, schwindet jede Trennung zwischen uns, und an ihre Stelle tritt ein tiefes Gefühl der Verbundenheit mit allem, was lebt.
Abschließende Worte
Das Inkarnationsalter lädt uns somit dazu ein, mit mehr Sanftmut und Verständnis auf uns selbst und auf unsere Mitmenschen zu blicken, denn jeder befindet sich genau an dem Punkt seines Weges, der für ihn der richtige ist. Ob jung oder alt, jede Seele ist kostbar und vollkommen auf ihre Weise, und alle gemeinsam wandern wir dem Licht entgegen. Alles beginnt immer in unserem Innersten, in unserem Geiste, vergesst das niemals. In diesem Sinne, bleibt gesund, zufrieden und lebt ein Leben in Harmonie. 🙂



Das haben Sie sehr treffend und schön geschrieben!
Wir sind Helden! Sich für einen solchen Lern- und Entwicklungsprozess zu entscheiden, erfordert viel Mut, ja, wir sind geradezu verwegen! Wie stark ist die „Hypnose“, die uns unser wahres Selbst und Sein so lange vergessen lässt! Wie hätten wir damals, als wir uns für einen vollen Inkarnationskreislauf entschieden, auch nur vorstellen können, wie das sein wird, unser wahres Selbst und Sein zu vergessen!! Allein die Möglichkeit, es zu vergessen, muss extrem verführerisch gewesen sein für uns Abenteurer!! 😉 Erst als Alte Seele hebt sich der Vorhang wieder! Zuvor hindert die Furcht davor, das so vertraute Ego wieder zu verlieren, daran, das so offensichtliche Selbst zu erkennen!
Alte Seelen sind wie verständnisvolle und lebenserfahrene Omas und Opas für die „jüngeren“ Seelen, für die „jüngere Generation“ 😉 Es sind Ruhepole für sie, wo sie sich angenommen und respektiert fühlen. Was werden sie alles erfahren und das Allganze mit ihren Erfahrungen bereichern! …Und eines Tages voller Erstaunen – sich Selbst (wieder!-)erkennen.